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Warum Nordwind?

Ich bin viele Jahre Paragleiter geflogen und da bedeutet Nordwind Leethermik. Entweder turbulente Flüge oder die Entscheidung, die meist mehr Mut erfordert, und deren Richtigkeit, wie bei den meisten Entscheidungen, sich erst im Nachhinein zeigt, nicht zu fliegen. Nordwind steht also zum einen exemplarisch für viele Situationen im Leben: die Frage, ist es das Risiko wert oder ist es klüger – und mutiger – „nein“ zu sagen?

Nordwind kann zum anderen als Symbol für Lebenssituationen, in denen einem der kalte Wind ins Gesicht bläst, ebenso stehen, wie für die soziale Kälte die uns der neue Geist des Kapitalismus beschert (auch wenn das Buch mittlerweile nicht mehr neu ist 😉 ).

Und schließlich ist der Nordwind der Wind, der uns nach Süden treibt – in die Wärme, also auch Symbol für die unauflöslichen Widersprüche in unserem Leben.

Wenn ich jemals ein Buch schreiben sollte, so hatte ich mir einmal überlegt, an einem schwierigen Scheideweg meines Lebens, dann müsste es „Nordwind“ heißen. Nun hab ich zwar inzwischen ein Buch geschrieben, aber der Titel hätte nicht gepasst – so ist es ein Blog geworden.

Ein Blog begonnen 2009 für die Wanderung Richtung Süden, in Folge dann ein Blog für alles, was mir sonst noch wichtig ist. Für die Frage nach einer besseren Welt jenseits des Kapitalismus und wie sie ausschauen könnte und wie wir sie erreichen könnten, für Fragen wie „Was heißt Freiheit?“ „Was ist Demokratie?“ Was heißt Solidarität?“ und vor allem „Wie kann das alles zusammengehen?“

Und für mein Leben: Wird mir der Nordwind ins Gesicht blasen – oder kann ich mich von ihm treiben lassen ins Warme?

Was auch immer passieren wird, es steht unter dem Motto:

„Gehe nicht wohin der Weg führen mag, sondern dorthin, wo kein Weg führt und hinterlasse eine Spur.“ (Jean Paul)

Ein paar dieser Spuren werden hier zu finden sein. Sollten sich Fährtenkundige finden, die ihnen folgen wollen – benvenuti, andiamo insieme!

Im Februar 2018 leicht adaptierte Version des Textes von 2009.

2 thoughts on “Warum Nordwind?

  1. Hallo Brigitte!
    Schön, Dich auf dem Weg zu wissen. Ist das auf dem Bild auch Dein erster Frauenschuh im Leben? Wir gaben unsren Ersten heuer in Gosau gesehen.
    Wie Du siehst, findet Dein Weg Anteilnahme. Wir denken oft an Dich, wenn wir unser Regenzeug aushängen und uns die Küche einheizen. Hoffentlich wird’s bald besser. glg lor

    1. nein, war nicht mein erster Frauenschuh, in Bad Aussee gibt es auch einige Stellen, an denen sie wachsen. Aber oft habe ich auch noch keinen gesehen, über den wäre ich beinahe drüber gefallen oder besser gesagt, ich hätte beinahe meinen Rucksack auf ihn gestellt!

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